Ab 2019: Der Bettelstudent

Komis­che Operette in drei Akten. Libret­to von Friedrich Zell und Richard Genée. Musik von Karl Mil­löck­er.

  • Basierend auf dem Stück «Les Noces de Fer­nande» (Fer­nan­dos Hochzeit, 1878) von Vic­to­rien Sar­dou
  • Spielt im Jahr 1704 in Krakau, als August der Starke zugle­ich Kur­fürst von Sach­sen und König von Polen ist
  • Urauf­führung im The­ater an der Wien am 6. Dezem­ber 1882.
  • Berühmte Ver­fil­mungen 1936 (mit Johannes Heesters, Car­o­la Höhn, Mari­ka Röck) und 1956 (mit Ger­hard Ried­mann, Wal­traut Haas, Gun­ther Philipp), weit­ere Ver­fil­mungen 1957 und 1980.

«Der Bettelstudent»

Ein falscher Fürst, wahre Liebe und allerlei Intrigen

Nach dem über­wälti­gen­den Erfolg von «My Fair Lady» kehrt die Operetten­bühne Vaduz mit ihrer näch­sten Pro­duk­tion «Der Bet­tel­stu­dent» zum anges­tammten Geschäft zurück. Die Operetten­bühne führte das beliebte Stück zum ersten Mal vor 67 Jahren auf, zum let­zten Mal vor 21 Jahren – Zeit für ein Wieder­se­hen: Unter der Regie von Astrid Keller und der musikalis­chen Leitung von William Max­field feiert «Der Bet­tel­stu­dent» am 25. Jan­u­ar 2019 im Vaduzer Saal Pre­mière.

Auch im 79. Jahr des Beste­hens der Operetten­bühne Vaduz gilt die Meis­terop­erette von Carl Mil­löck­er, die er auf dem Höhep­unkt seines kün­st­lerischen Schaf­fens kom­ponierte, als Juwel des Gen­res. Gehört doch «Der Bet­tel­stu­dent» seit der Urauf­führung 1882 zu den beliebtesten Stück­en der Operettengeschichte. Der vielbe­sun­gene «Kuss auf die Schul­ter» und die eifer­süchti­gen Rachep­läne und Intri­gen des Zurück­gewiese­nen – die sich let­z­tendlich in Wohlge­fall­en auflösen – sind zugle­ich Aus­gangspunkt der Hand­lung und Sym­bol für ein ewig aktuelles The­ma. Doch erst das Zusam­men­spiel der vie­len bekan­nten Musik­stücke, die die Liebesgeschichte um die schöne Komtesse und den falschen Fürsten erzählen, mit dem Charme der komö­di­antisch-satirischen Ein­la­gen macht das Gesamtkunst­werk aus, das sich schon so lange so gross­er Beliebtheit erfreut.

Entstehung

Auf dem Höhep­unkt seines Schaf­fens, er war damals 40 Jahre alt, kom­ponierte Karl Mil­löck­er seine Meis­terop­erette «Der Bet­tel­stu­dent». Es war in den Jahren nach seinem Durch­bruch mit dem Singspiel «Das ver­wun­sch­ene Schloss» und während der mehrjähri­gen Zusam­me­nar­beit mit den Libret­tis­ten Zell und Genée. Die Operetten «Gräfin Dubar­ry» (1879), «Apa­june, der Wasser­mann» (1880) und «Die Jungfrau von Velleville» (1881) sind Sta­tio­nen jen­er Entwick­lung, die schließlich zum Hauptwerk und Wel­ter­folg führte: Am 6. Dezem­ber 1882 wurde «Der Bet­tel­stu­dent» im The­ater an der Wien uraufge­führt und hat­te durch­schla­gen­den Erfolg.

Handlung

Die schöne pol­nis­che Komtesse Lau­ra Nowal­s­ka hat dem säch­sis­chen Oberst Ollen­dorf auf einem Ball ihren Fäch­er ins Gesicht geschla­gen, nach­dem er sie auf die Schul­ter geküsst oder vielmehr bedrängt hat. In seinem ver­let­zten Stolz sin­nt er nun auf Rache. Er weiss, dass Lauras Mut­ter, die ver­armte Gräfin Nowal­s­ka, ihre Tochter nur einem reichen Fürsten zur Frau geben will und nützt dieses Wis­sen für seinen Plan: Er lässt die zwei ver­meintlichen Stu­den­ten Symon und Jan, poli­tis­che Gefan­gene, aus dem Krakauer Gefäng­nis frei – unter der Bedin­gung, dass der eine als falsch­er «Fürst Wybic­ki» um Lau­ra wirbt und der andere, Jan Jan­ic­ki, als sein Sekretär auftritt. Let­zter­er wiederum ist in Wahrheit gar kein Stu­dent, son­dern ein Graf auf geheimer Mis­sion; er soll eine Ver­schwörung gegen die säch­sis­chen Besatzer vor­bere­it­en. Symon und Lau­ra ver­lieben sich tat­säch­lich ineinan­der – wie auch Jan und Lauras Schwest­er. Doch es sind weit­ere Intri­gen und eine glück­liche Fügung nötig, bis am Ende die Schwest­ern ihre Grafen bekom­men, die Besatzer besiegt sind und Polen frei ist.

Bekannte Songs / Highlights

  • Ach, ich hab’ sie ja nur auf die Schul­ter geküsst
  • Ich hab‘ kein Geld, bin vogel­frei
  • Das ist der Fürst Wybic­ki
  • Ich knüpfte manche zarte Bande
  • Höch­ste Lust und tief­stes Leid
  • Einkäufe machen soll­ten wir eigentlich
  • Bra­vo! Bra­vo! Es geht ganz famos
  • Soll ich reden? / Ich setz’ den Fall
  • Trink uns zu! Trink uns zu!
  • Einen Mann hat sie (hab’ ich) gefun­den
  • Durch diesen Kuss sei unser Bund gewei­ht!

Sinfonieorchester Liechtenstein (SOL)

Bere­its zum wieder­holten Mal bildet das Sin­fonieorch­ester Liecht­en­stein den Klangkör­p­er der Operetten­bühne. Gegrün­det im Jahr 1988 als «Liecht­en­steinis­ches Kam­merorch­ester», gehört das heutige «Sin­fonieorch­ester Liecht­en­stein» heute fix zum Kul­turleben des Fürsten­tums und ist auch jen­seits der Gren­zen als kul­tureller Botschafter Liecht­en­steins aktiv. Wir freuen uns, auch beim «Bet­tel­stu­dent» auf die Musikalität des SOL bauen zu dür­fen.

Aufführungen